Die Forschung von Prof. Dr. Oksana Nagornaia konzentriert sich auf Geschlechterordnungen und Frauenagency im Spätsozialismus sowie auf transnationale Verflechtungen im und jenseits des Ostblocks. Sie untersucht historische Transiträume, in denen Frauen neue Handlungsstrategien entwickelten und institutionelle Strukturen kreativ nutzten oder außer Kraft setzten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang von Raum, Umwelt und Krieg, exemplarisch an den Besetzungen Galiziens im Ersten Weltkrieg. Die Arbeit verbindet kultur- und sozialgeschichtliche Perspektiven mit einer qualitativen Analyse historischer Quellen und Diskurse.
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Prof. Dr. Oksana Nagornaia
HU-FIS-Profil ↗Frauenagency in Transiträumen des Spätsozialismus: Geschlechterordnungen, Subjektivitäten und transnationale Verflechtungen im und jenseits des Ostblocks
foundation
Förderer: Andere inländische Stiftungen Zeitraum: 01/2026 - 10/2026 Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Baberowski, Prof. Dr. Oksana Nagornaia
Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte · DOI
Abstract Der Aufsatz untersucht den Zusammenhang von Raum, Umwelt und Krieg am Beispiel der wiederholten Besetzungen (Ost-)Galiziens durch russische Truppen im Ersten Weltkrieg. Von besonderer Bedeutung ist dabei das spannungsvolle Verhältnis zwischen den Bemühungen, die eroberte Region in das Zarenreich zu integrieren, und zugleich den militärischen Notwendigkeiten des Kriegsgeschehens Rechnung zu tragen. Dabei wurde die Umwelt unter den Bedingungen des industriellen Kriegs zwangsläufig militarisiert: Man holzte die Wälder ab und überflutete die Flusstäler aus operativen Überlegungen heraus; dazu kam die Verseuchung der Böden durch Kampfstoffe, Leichen und Kadaver. Die Angst vor Epidemien führte rasch zu einer Medikalisierung des Okkupationsregimes; dabei blieb eine Radikalisierung der Besatzungspraxis bis zu einer Politik der verbrannten Erde nicht aus.