Prof. Mergel erforscht die politische Kommunikationskultur und Debattengeschichte, insbesondere durch vergleichende Analysen von Parlamentskommunikation (Bundestag und House of Commons) sowie durch kulturhistorische Studien zu Widerstand, Erinnerungskulturen und Grenznarrativen. Seine Arbeiten verbinden historische Textanalyse mit kulturwissenschaftlichen Methoden, um zu verstehen, wie politische Debatten, kollektive Erinnerungen und nationale Identitäten entstehen und sich darstellen. Für Organisationen in Governance, Medien und Kulturinstitutionen bietet sein Ansatz Erkenntnisse über Kommunikationsmuster, Erinnerungspolitik und die Gestaltung von Ausstellungen sowie über die Verflechtung von Geschichte und gegenwärtiger Gesellschaft.
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Prof. Dr. Thomas Mergel
HU-FIS-Profil ↗Das Projekt untersucht vergleichend mit der OAU und der UNESCO zwei sehr unterschiedliche Staatengemeinschaften, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Dabei soll es um die symbolischen und kommunikativen Formen gehen, in denen solche überstaatlichen Gemeinschaften imaginierbar sind und damit Staatlichkeit verstehbar machen. Mit der Frage nach der Eigendynamik der Institutionenbildung in diesen Staatengemeinschaften fragt das Projekt gleichzeitig nach möglichen neuen Formen, die Überstaatlichkeit als eine neue Form der Organisierung von Herrschaft und des Zusammenlebens von Gesellschaften begreiflich machen.
Das Projekt widmet sich in zwei Doktorandenprojekten in einem europäisch vergleichendem Zugriff der Geschichte des Wahlkampfs im 20. Jahrhundert und fragt vor allem nach dessen lokalen Dynamiken und Erscheinungsformen. Das eine Projekt erforscht Großbritannien und Deutschland in der Zwischenkriegszeit, das andere Projekt vergleicht die Bundesrepublik und Italien nach 1945. Anhand einer Reihe von exemplarischen Städten wird gefragt, inwieweit nationale Kulturen von politischer Polarisierung, Milieumobilisierung und Medialisierung sich im lokalen Raum zeigten, wie sie sich hier veränderten und umgeformt wurden. Die Grundannahme ist, dass es lokale Traditionen, Netzwerke und Handlungslogiken gab, die quer standen zu den von außen kommenden nationalen Formen des Wahlkampfs. Insofern besteht die Ausgangsvermutung auch darin, dass die häufig konstatierte "Amerikanisierung" des Wahlkampfs eine des nationalen Wahlkampfs ist und vor Ort nicht oder in ganz anderer Weise zu finden ist, dass stattdessen eine Kultur der lokalen, städtischen Selbstverständigung Platz griff, die sich zum nationalen Stil des Wahlkampfs eher in einem Verhältnis Innen-Außen verhielt.
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