Dr. Geimer erforscht die Teilhabe von Menschen mit Seheinschränkungen in sozialen Medien — insbesondere wie sie alltäglich damit umgehen, sich selbst darstellen und kommunizieren. Sein Fokus liegt auf den Barrieren, Chancen und Widersprüchen, die entstehen, wenn Plattformen zunehmend visuell werden. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen, die digitale Dienste anbieten, ergibt sich daraus ein konkreter Nutzen: besseres Verständnis von Zugänglichkeitsproblemen und Ansatzpunkte für inklusive Plattformdesign. Die Erkenntnisse sind relevant für Social-Media-Plattformen, Softwareentwicklung und Behörden, die digitale Teilhabe gewährleisten müssen.
🔒 Das System hat 20 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Dr. Alexander William Franziskus Geimer
HU-FIS-Profil ↗Die Veralltäglichung Sozialer Medien führt zu neuen Freiheitsgraden, Beschränkungen und Barrieren der medialen Selbstdarstellung und Online-Kommunikation sowie Paradoxien der Partizipation, die für behinderte Menschen erhebliche Risiken wie Chancen implizieren, die bislang kaum untersucht sind. Dies gilt durch die zunehmende Visualität Sozialer Medien insbesondere für Menschen mit Seheinschränkungen.Das Projekt untersucht zum ersten Mal im Detail die alltägliche Bedeutung und biografische Relevanz Sozialer Medien für Menschen mit Seheinschränkungen, wobei im Rahmen der Dokumentarischen Methode sowohl Aspekte der Bildung im Sinne von Habitustransformation durch soziomediale Partizipation wie auch deren Inhibierung und die Verschlechterung von Lebenschancen, bspw. durch Übernahmen und Aneignungen normativ-stereotyper Adressierungen, berücksichtigt werden. Die Ziele des Vorhabens lassen sich wie folgt zusammenfassen:* Rekonstruktion konjunktiver Erfahrungsräume und habitueller Orientierungen in ihrer Bedeutung für Praktiken der Nutzung Sozialer Medien durch Menschen mit Seheinschränkungen (Sehbeeinträchtigung und Blindheit)* Analyse spezifisch soziomedialer Transaktionsräume und ihrer Relevanz für Bildungsprozesse (im Sinne der Transformation von Orientierungen) und biografische Verlaufsstrukturen* Berücksichtigung der Materialität und Visualität von Praktiken der Online-Kommunikation und des Appellcharakters von Selbstdarstellungen bzw. der Zirkulation von (gegen)hegemonialen Subjektnormen in Online-Netzwerken Das Forschungsanliegen wird eingelöst anhand eines qualitativen Querschnitts, der mittels der Dokumentarischen Methode die vergleichende Analyse von biografisch-narrativen Trace-Interviews zu von Befragten fokussierten Beiträgen (inklusive Zeigephase zum Umgang mit der Hardware) und Analysen ausgewählter (Eigen)Produktionen (user generated content wie Texte, Bilder, Videos, Memes, etc.) sowie der jeweiligen Onlineumgebungen umfasst. Damit sind – neben gesellschaftspolitischen Aspekten zur (Förderung soziomedialer) Inklusion – auch Aspekte der Weiterentwicklung qualitativer Methoden zur Rekonstruktion soziomedialer Transaktionsräume verknüpft. Das Projekt verspricht wegweisende Einsichten zum Umgang von Menschen mit Seheinschränkungen mit neuen wie alten technologischen, psychosozialen und kulturellen Barrieren im Zuge der Analyse soziomedialer Partizipationsformen.
Noch keine Publikationen aus OpenAlex zugeordnet.