Prof. Dr. Aria Adli erforscht, wie sich Sprache je nach Kontext und Situation verändert — etwa in formellen versus informellen Situationen — und vergleicht diese Muster systematisch über mehrere typologisch unterschiedliche Sprachen hinweg (Deutsch, Yukatekisches Maya, Persisch, Südkurdisch, Javanisch). Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf mehrsprachigen Kontaktsituationen, in denen Menschen zwischen Sprachen wechseln oder grammatische Formen je nach Register unterschiedlich nutzen. Für Unternehmen und öffentliche Institutionen ist diese Forschung relevant, wenn es um Sprachverarbeitung in mehrsprachigen Kontexten geht — etwa bei der Entwicklung von Spracherkennungssystemen, Übersetzungstechnologien oder bei der Gestaltung von Kommunikation in diversen Gesellschaften. Die Erkenntnisse helfen zu verstehen, wie Sprache flexibel eingesetzt wird und wie diese Flexibilität in Modellen abgebildet werden kann.
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Prof. Dr. Aria Adli
HU-FIS-Profil ↗Das Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines Modells zur Beziehung von grammatischem System und Sprachgebrauch. Anhand von quantitativen Studien werden zwei Phänomene in der 'subjekt-prominenten' Sprache Spanisch und in der 'topik-prominenten' Sprache Persisch untersucht: Variation zwischen Nullsubjekt und overtem Subjektpronomen, sowie Variation zwischen prä- und postverbaler Subjektposition. Diese Phänomene wurden in der Literatur miteinander in Verbindung gebracht. Eine Grundannahme des Projekts ist die klare Trennung von Grammatik und Gebrauch, wobei beide konstitutive Elemente der menschlichen Syntax sind. Die Informationsstruktur wird hierbei als Bindeglied gesehen. Die zentrale Fragestellung ist somit wie Grammatik und Gebrauch zueinander in Beziehung stehen und welche Rolle jedes Element in der Syntax spielt. Die Arbeitshypothese ist, dass zwischen Grammatik- und Gebrauchsregeln zu unterscheiden ist. Erstere führen zu eindeutigen, absoluten, Letztere zu probabilistischen Vorhersagen. Die empirische Grundlage bildet die Datenbank sgs, die der Antragsteller im Wesentlichen im Rahmen seines Emmy Noether Stipendiums aufgebaut hat und die nun verwertet und weiter optimiert wird. Diese Datenbank beinhaltet spontansprachliche Daten, gradierte Akzeptabilitätsurteile und soziale Informationen aus vier Sprachen. Insbesondere enthält sie Daten von 152 Sprechern des Spanischen und Persischen. Der Ansatz ist somit sprachvergleichend und baut auf der Komplementarität verschiedener Typen linguistischer Evidenz auf.
Ausgehend von einem Sprachsample, das Deutsch, Yukatekisches Maya, Persisch, Südkurdisch und Javanisch umfasst, untersucht A06 die Rolle typologischer Eigenschaften in der Registervariation. Zudem erforscht A06 mehrsprachige Kontaktsituationen, in denen sich kontaktinduzierte grammatische Varianten sowie Code-Switching je nach Register unterscheiden. Hierzu analysiert A06 Objektdrop, Anrede- und Höflichkeitsformen, Plural- und TAM-Markierung. Grundlage ist das neu erstellte Lang*Reg-Korpus, ergänzt um Perzeptionsstudien und semantische Feldforschung, mit dem Ziel, ein Registermodell zu entwickeln, das für verschiedene Sprachen und kulturelle Kontexte adäquat ist.