Dr. Hans Jakob Meier erforscht die Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit, insbesondere die Entwicklung der Reproduktionsgraphik im 16.–17. Jahrhundert am Beispiel von Peter Paul Rubens und seiner Stecherschule. Sein Fokus liegt auf der kunsthistorischen und technischen Analyse, wie Rubens und seine Meisterstecher innovative druckgraphische Verfahren entwickelten, um koloristische Qualitäten im Kupferstich umzusetzen — ein damals völlig neues Ziel. Für Museen, Sammlungen und Kulturinstitutionen bietet diese Forschung Erkenntnisse zur Provenienz, Authentifizierung und Kontextualisierung von historischen Drucken sowie zur Rekonstruktion künstlerischer Produktionsprozesse in der Frühen Neuzeit.
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Dr. Hans Jakob Meier
HU-FIS-Profil ↗Im Zentrum des Forschungsprojekts steht Peter Paul Rubens und die von ihm selbst für die grafische Interpretation und Verbreitung seines Werks über knapp drei Jahrzehnte in Antwerpen aufgebaute Schule von Kupferstechern, Radierern und Holzschneidern.In den Mittelpunkt rücken die paradigmatische Funktion, die ästhetische Autonomie und die überragende Bedeutung dieser interpretierenden Printmedien um Rubens als Träger für die Entwicklung der Reproduktionsgrafik. Dies gilt über den Barock hinaus bis in die Epoche hinein, als die Fotografie als Reproduktionsmedium mit der interpretierenden Druckgrafik konkurrierte.Das Projekt versteht sich darüber hinaus als Fortsetzung der zusammen mit Norberto Gramaccini vorgelegten Studien über die italienische Reproduktionsgrafik (1480 - 1600) und französische Reproduktionsgrafik (1648 - 1792).
Für die Entwicklung der interpretierenden Druckgraphik (Reproduktionsgraphik) war Rubens von zentraler Bedeutung. Über zwanzig Jahre beschäftigte der Künstler verschiedene Meisterstecher, um im druckgraphischen Bildmedium koloristische Qualitäten zu entwickeln, die im bisherigen Kupferstich nicht thematisiert worden waren. Zur Optimierung seiner Zielsetzungen setze der Künstler erstmals vorbereitende modelli ein, die als farbig ausgeführte Ölskizze entworfen worden waren. In einem von Einführungstexten flankierten umfassende Katalog und Bildteil entwickelt das vorliegende Projekt eine Analyse der künstlerischen Leistung des Künstlers im Bereich der interpretierenden Druckgraphik.
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