Prof. Helmrath forscht zur Quellenedition und Lebensgeschichte des Nikolaus von Kues, eines bedeutenden Philosophen und Kirchenpolitikers des Spätmittelalters. Sein Langzeitprojekt 'Acta Cusana' dokumentiert detailliert historische Quellen zur Person und ihrem Umfeld und gehört zu den wichtigsten Quellensammlungen zur spätmittelalterlichen Geschichte. Für Kulturinstitutionen, Archive und Forschungseinrichtungen erschließt diese systematische Quellenedition ein zentrales Wissensfundament für die Mediävistik und Ideengeschichte. Die Arbeit verbindet intensive Archivforschung mit internationaler wissenschaftlicher Kooperation und trägt zur Sicherung und Zugänglichkeit von Kulturellem Erbe bei.
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Prof. Dr. Johannes Helmrath
HU-FIS-Profil ↗Rat und Räte der ersten deutschen Könige in nachstaufischer Zeit sollen in dem Forschungsprojekt untersucht werden. Diese Personengruppe wird üblicherweise (aber eine noch nicht vorhandene Institutionalisierung suggerierend) mit dem Begriff "Hofrat" erfasst. Bisher sind Rat und Räte noch nicht systematisch, mehrere Regierungen übergreifend dargestellt worden - im Gegensatz zur französischen und englischen Mediävistik. Dies ist um so erstaunlicher, als es in der einschlägigen Forschung keinen Zweifel daran gibt, dass der spätmittelalterliche Hofrat " das einzige Zentrum von Regierung und Verwaltung des Reichsoberhauptes" (Moraw) darstellte, mit uneingeschränkter Kompetenz in außen- und innenpolitischen, rechtlichen und finanziellen Fragen. Grundfragen der deutschen Geschichte, nämlich die Struktur königlicher Herrschaft sowie Fragen der Kontinuität und Kohärenz, seien besonders eindrücklich am Beispiel des Hofrates zu studieren. Welche Räte mit welchen Aufgaben betraut wurden, wie sie diese Kompetenzen erwarben und welche Zuständigkeiten sie erhielten, wo der König also regierte und wie spätmittelalterliche Herrschaft überhaupt funktionierte, dies sind zentrale Fragen, die durch das Projekt beantwortet werden sollen. Da es vor ca. 1500 Jahren noch keine Institution "Hofrat" gab, kann die Bedeutung von Rat und Räten nur mit einem umfassend und systematisch angelegten personengeschichtlichen Ansatz erschlossen werden. Die Bearbeitung des Projektes würde ein hohes Desiderat der deutschen Mittelalterforschung in avancierter Methodik erfüllen.
Die mittelalterliche Theologie wendet sich im 12. Jahrhundert neu der Endzeit und der Zukunft vor dem Ende zu. Der im Normannen- und Stauferreich arbeitende Joachim von Fiore entfaltet hierfür eine trinitatische Periodisierung der gesamten Weltgeschichte. Sie ist auf eine endzeitliche Erneuerung der christlichen Gesellschaft und universale Ausbreitung, zugleich auf mönchische Konzentration ausgerichtet. Seine Werke erhalten hier im Projekt ihre erste neuzeitlich-kritische Edition.