Dr. Sarah Dornhof erforscht die Filmgeschichte und Kulturgeschichte Marokkos des 20. Jahrhunderts anhand der Bouanani-Archive – eines umfangreichen Privatnachlasses in Rabat, der die Arbeiten der Filmemacher Ahmed Bouanani und seiner Familie dokumentiert. Sie erschließt dabei eine weitgehend unbekannte und marginalisierte Perspektive auf Marokkos Medien- und Kulturentwicklung und arbeitet an der Rekonstruktion und Kontextualisierung dieser Archive. Für Kulturinstitutionen, Archive und Gedächtnisorganisationen bietet dieser Ansatz Methoden zur Digitalisierung, Provenienzforschung und Vermittlung von vernachlässigten Kulturbeständen; relevant ist dies insbesondere für postkoloniale Kontexte und die Dekolonialisierung von Wissensbeständen.
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Dr. Sarah Dornhof
HU-FIS-Profil ↗Die Archive Bouanani benennen den umfangreichen Nachlass der Familie Bouanani in der Privatwohnung in Rabat. Insbesondere Ahmed Bouanani (1938-2011), aber auch seine Frau Naima Saoudi (1947-2012) und die Tochter Batoul Bouanani (1969-2003) haben Marokkos Film- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts mitgeprägt und reflektiert. Jedoch aus einer Perspektive, die weitgehend unbekannt, vergessen und wenig dokumentiert ist. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Projekt der Bewahrung des Nachlasses und seiner Erschließung und Digitalisierung als Archiv. Die zahlreichen, teils durch einen Brand beschädigten Manuskripte, Filme, Drehbücher, Fotographien, Zeichnungen, Notizen, Korrespondenzen, Zeitschriften und Sammlungen von Texten und Objekten werden sowohl als materielles Archiv in Rabat als auch in Form einer digitalen Datenbank aufgearbeitet, um neue film- und kulturhistorische, genderkritische und postkoloniale Forschungsrichtungen zu öffnen.