Dr. El-Kayed erforscht derzeit die Integrationsdynamiken in peripheren Großwohnsiedlungen Ostdeutschlands, insbesondere wie Geflüchtete und Bewohner*innen mit Migrationshintergrund in diesen Quartieren Fuß fassen und wie soziale Grenzziehungen abgebaut werden können. Sie untersucht dabei, wie Zivilgesellschaftsorganisationen und Nachbarschaften Prozesse der Inklusion oder Exklusion gestalten und unter welchen Bedingungen sozialer Zusammenhalt in hochdivers zusammengesetzten Stadtvierteln entsteht. Ihre Forschung liefert Kommunen und Stadtentwicklungsträgern konkrete Erkenntnisse darüber, wie periphere Wohnquartiere von Schrumpfungsräumen zu funktionierenden Einwanderungsquartieren umgestaltet werden können — relevant für Stadtentwicklung, Integrationsmanagement und Quartiersmanagement in strukturschwachen Regionen.
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Dr. Nihad El-Kayed
HU-FIS-Profil ↗In dem Forschungsprojekt „Nachbarschaften des Willkommens“ werden die Bedingungen von sozialem Zusammenhalt und Konflikten in Stadtvierteln erkundet: Welche Formen des respektvollen Zusammenlebens gibt es in Stadtvierteln, die von Diversität geprägt sind und unter welchen Gegebenheiten entstehen Konflikte in der Nachbarschaft? Können auch Konflikte ein Weg zu einem neuen Verständnis von lokaler Gemeinschaft und Willkommenskultur sein? Was sind die Ursachen von Konflikten und welche Rolle spielt dabei der sozio-ökonomische Status oder die interkulturelle Kompetenz der Bewohner*innenschaft? Die Fluchtmigration der letzten Jahre hat teilweise zu einer schlagartig zunehmenden Diversität an Migrationsgeschichten, Religionen, Lebensentwürfen und sozio-ökonomischen Voraussetzungen geführt.In dem Forschungsprojekt wollen wir herausfinden, wie diese Diversität von unterschiedlichen Nachbarschaften aufgenommen wird und was dazu führt, dass dies besser oder schlechter funktioniert. Vor diesem Hintergrund steht im Zentrum des Forschungsprojektes „Nachbarschaften des Willkommens“ die Frage nach dem sozialen Zusammenhalt und Praktiken der Konvivialität bei zunehmender Diversität in lokalen Nachbarschaften. Zentral ist dabei, herauszufinden, welche Faktoren den sozialen Zusammenhalt stärken und welche Werte und Normen, Erfahrungen und Aushandlungsprozesse dabei eine Rolle spielen. Hierzu werden vier Nachbarschaften großer deutscher Städte im Vergleich untersucht, die sich entlang der Achsen sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Diversität unterscheiden.
Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt wird über drei Jahre Großwohnsiedlungen in drei ostdeutschen Städten untersuchen. Hier sind nach einer Phase des Stadtumbaus und Bevölkerungsrückgangs in den letzten Jahren überwiegend Geflüchtete zugezogen, so dass der Anteil der Bewohner*innen mit Migrationshintergrund mitunter 25% beträgt. Im Mittelpunkt stehen dabei eine Abschätzung von Bleibeperspektiven, die Analyse von neuen Ansprüchen an Infrastruktur, Wohnen und Freiflächengestaltung sowie die Öffnung der Stadtgesellschaft für Geflüchtete. Der Forschungsansatz zielt darauf ab, in einem explorativen Vorgehen exemplarisch die wesentlichen Problemlagen für die Weiterentwicklung von Stadtumbauquartieren im Kontext von fluchtbedingter Zuwanderung zu analysieren, ihre wechselseitigen Zusammenhänge zu verstehen und Lösungsoptionen zu erarbeiten. Von Interesse sind dabei vor allem die Interdependenzen von Governancestrukturen, Planungsstrategien und Integrationsperspektiven mit den Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. 1.) Kommt es zu einer mittelfristigen Zuwanderung von Migrant*innen in „Stadtumbauviertel“, die diese langfristig zu Einwanderungsquartieren transformiert? Welche Perspektiven bieten sich neu Hinzukommenden in den Quartieren? 3.) Wie kann die Integration von Zugewanderten, im Sinne des Zugangs zu Teilhabemöglichkeiten und sozialen Kontakten, auf Quartiersebene erleichtert werden? Welche Hemmnisse stehen dem entgegen? 4.) Welche Formen der Kooperation und Koordination sind in diesem Prozess zwischen öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu erkennen? Welche Potenziale und Probleme implizieren sie für ein „städtisches Transformationsmanagement“? Hierfür werden in den komparativ angelegten Fallstudien die Stadtteile Mueßer Holz in Schwerin, Sandow in Cottbus und Südliche Neustadt in Halle (Saale) empirisch untersucht. Das Projekt ist ein Verbund unter der Leitung des Leibniz Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), zwischen Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (B.B.S.M.) sowie der Landeshauptstadt Schwerin und dem BIM.
Social Inclusion · DOI
This article examines how state regulations, market barriers, racist discrimination as well as NGOs interact and create internal border regimes by enabling, as well as restricting, access to social and civil rights connected to housing and the freedom of movement and settlement for refugees. Our contribution builds on an analysis of federal and state regulations on housing for refugees who are either in the process of seeking asylum or have completed the process and have been granted an asylum status in Germany. The analysis aims to dissect the workings of these regulations in order to develop a detailed understanding of how these internal border regimes define barriers and access to social and civil rights. In addition to legal and regulatory barriers at the federal, state, and local levels, we identify several other barriers that affect if, how, and when refugees are able to enter local housing markets. We will examine these barriers based on an exemplary analysis of the situation in the cities of Berlin and Dresden, whereby we will apply concepts from border as well as citizenship studies to obtain a deeper understanding of the processes at hand. While contributions to the realm of border studies have so far mostly concentrated on national or EU borders, our approach follows recent literature that emphasises the need to analyse the workings of borders <em>internal to</em> nation-states but has so far not addressed local variations of the ways in which refugees are able to access their right to housing. In taking up this approach, we also stress the need to look at local dimensions of an increasing civic stratification of refugee rights, which past research has also conceptualised primarily on the national level. In both cities, we have collected administrative documents and conducted interviews with refugees, NGOs, and representatives from the local administration. Based on this material, we analyse the workings of administrative barriers at the state and local levels along with market barriers and discriminatory practices employed by landlords and housing companies at the local level. In most cases, these conditions restrict refugees’ access to housing. We will contrast these obstacles with insight into the strategies pursued by refugees and volunteers in their efforts to find a place to live in the city.
Das Vorhaben knüpft an das vom BMBF im Rahmen der Leitinitiative Zukunftsstadt geförderte Projekt „Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwanderungsquartier? Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen“ (StadtumMig) an. Dieses untersucht am Beispiel von Großwohnsiedlungen in Schwerin, Halle (Saale) und Cottbus die Potenziale und Probleme, die mit einer Zuwanderung Geflüchteter in ehemalige Stadtumbauquartiere einhergehen.Das Projekt StadtumMig II, Teilprojekt C "Abbau von sozialen Grenzziehungen und Zugangshürden im Quartier" konzentriert sich auf die sozialen Grenzziehungen und Zugangshürden, denen Geflüchtete in lokalen Institutionen wie sozialen Diensten, Anlauf- und Beratungsstellen, Vereinen, Initiativen und Bildungseinrichtungen begegnen. Das Projekt zielt darauf ab, diese Hürden (weiter) abzubauen und lokal verankerte Einrichtungen (weiter) für die Nutzung von Geflüchteten zu öffnen. Dabei werden soziale Grenzziehungen auf verschiedenen Ebenen adressiert, wie z.B. Zugangshürden durch behördliche Regelungen und institutionelle Strukturen oder Diskriminierungen durch Mitarbeitende in Infrastrukturen und Einrichtungen.
European Journal for Sport and Society · DOI
In this article, we stress that class plays an important role in life choices, lifestyles and access to valuable resources and that it thus also matters for adolescent sport participation. However, as structures of social inequalities have become more complex and as sport cultures have diversified, multidimensional and intersectional approaches are needed to uncover and discuss class patterns in different settings of sport participation. Based on a nationally representative panel study from Germany (the GSOEP), the article, therefore, explores which class-based factors contribute to or hinder adolescent participation in sports clubs, extracurricular sport activities at schools and commercial sport settings, and it compares the relevance and interdependence of these factors with further dimensions of social inequality and socialising contexts. The empirical findings underline that (a) class should be seen as a strong influencing factor for sport participation but that (b) further factors, such as gender, migration background and parental sport activity, play an equally important role. In-depth analysis points to (c) the importance of intersectional perspectives, as it shows that education is able to buffer the effects of migration background and gender in some, but not all, settings. Lastly, our data shows that (d) sports clubs are more exclusive than extracurricular sport activities at schools and commercial sport settings.
Urban Studies · DOI
In this article, we focus on ways in which ‘internal migration industries’ shape the housing location of refugees in cities. Based on empirical studies in Halle, Schwerin, Berlin, Stuttgart and Dresden, we bring two issues together. First, we show how a specific financialised accumulation model of renting out privatised public housing stock to disadvantaged parts of the population has emerged that increasingly targets migrant tenants. With the growing immigration of refugees to Germany since 2015, this model has intensified. Second, we discuss how access to housing is formed by informal agents. While housing is almost inaccessible for households on social welfare, the situation is even worse for refugees. This situation has given rise to a new ‘shadow economy’ for housing that offers services with dubious quality for excessive fees. Bringing these two issues together, we argue that housing provision to refugees has become a new business opportunity. This has given rise to a broad variety of ‘internal migration industries’ that provide the housing infrastructure, but also control access to housing. This not only results in new opportunities for profit extraction, but actively shapes new patterns of segregation and the concentration of refugees in particular types of disadvantaged neighbourhoods.