Prof. Bergmann erforscht die Vermittlung und Aneignung von Ukrainisch als Herkunftssprache im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit, insbesondere für geflüchtete Kinder in Berlin. Sie entwickelt didaktische Konzepte und untersucht, wie Schülerinnen und Schüler ihre Herkunftssprache bewahren können, während sie gleichzeitig Deutsch lernen und am regulären Unterricht teilnehmen. Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf der Analyse traumatischer Erfahrungen in literarischen Texten und der Frage, wie Sprache für das Unsagbare von Trauma gefunden werden kann. Ihre Arbeit adressiert zentrale Herausforderungen für Schulen und Bildungseinrichtungen im Umgang mit mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern sowie Fragen von Identität, Rückkehrmöglichkeiten und beruflichen Perspektiven.
🔒 Das System hat 71 mögliche Industrie-Partner gefunden — Firmen, Scores und Begründungen sind nur für eingeloggte Nutzer:innen sichtbar. Anmelden
Prof. Dr. Anka Bergmann
HU-FIS-Profil ↗Teilprojekt 2: Traumatische Landschaften – Vermessung der Sprachlosigkeit oder auf der Suche nach einer Sprache für das Unsagbare des TraumasIn Prosa, Drama und Essayistik von Irvanec‘ spielen traumatische Landschaften und Grenzräume als Kontakt- und Konfliktzonen eine konstituierende Rolle, zum Beispiel in seinen Romanen Rivne-Rovno, Očamymrja und Chvoroba Libenkrafta. Ihr gemeinsamer Nenner sind dystopische Wirklichkeitsentwürfe und Grenzüberschreitungen in Raum und Zeit. Im Zentrum des Projekts stehen individuelle und kollektive Erfahrungen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. In Irvanec' "Kriegstagebuch“ werden die Möglichkeiten der Herstellung, Versicherung oder Zerstörung von Ordnungs- und Wertesystemen durch Sprache und damit einhergehend De- und Rekonstruktionen von Narrativen in einem selbstreflexiven Prozess schreibend erkundet. Ein Schreiben, das die traumatische Landschaft des gegenwärtigen Kriegs an den Gebrauch und Missbrauch von Sprache in medialen Diskursen rückbindet, illustriert und reflektiert, ist eine wichtige Ergänzung zur kulturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Traumaforschung, die sprachlich-kulturelle Aspekte bisher kaum behandelte. In einer anderen Perspektive bilden diese sprachlich-kulturellen Aspekte die Brücke zu sprach- und literaturdidaktischen Diskursen.
The large number of Ukrainian refugee children poses a complex challenge to educational institutions. The students should learn German quickly and take part in regular classes, but they often don't want to lose contact with their Ukrainian schools, because that raises questions about socio-cultural identity, opportunities to return, and educational and career prospects. In order to develop suitable offers for Ukrainian lessons, a number of questions need to be clarified that (1) relate to the language situation of the children, their wishes and the ideas of the parents regarding language lessons, (2) relate the results to the educational policy and institutional framework for native language teaching in Germany, (3) take into account the experiences of teachers in program development and in teaching the Ukrainian language and culture in Germany. The latter includes a look at the professional preparation and qualification of teachers. The aim of the project is the modeling of didactic principles for Ukrainian lessons, which take into account the special language acquisition situation of children "between the languages" Ukrainian-Russian-German. The focus is on the establishment of criteria for the development and evaluation of curricula and learning materials that are suitable for different institutional circumstances (also beyond the Berlin school system) and also build bridges to the Ukrainian school program. As part of a secondment to the Berlin Senate Administration, the materials will be tailored to the content and structural requirements of the Berlin learning space and the dialogue with the Ukrainian education system will be initiated. The result is a modularized offer for further training for teachers, the interaction between science and society is to be established in different formats. The project will strengthen the close partnership with the Fellows' home institution in Lviv.