Christian Möckel erforscht das Werk und die Nachlässe des Philosophen Ernst Cassirer, insbesondere dessen im Exil (1933–1945) entstandene Manuskripte und Texte. Er gibt diese Werke wissenschaftlich ediert heraus und erschließt sie durch Register und Kommentare. Für Verlage, Archive und Gedächtnisinstitutionen bietet diese Arbeit eine verlässliche, vollständige Quellengrundlage für die Cassirer-Forschung und ermöglicht es, Cassirers Denken in einer Umbruchphase der Philosophiegeschichte nachzuvollziehen. Die Ergebnisse sind relevant für Geisteswissenschaften, Universitäten und Kultureinrichtungen, die sich mit Philosophiegeschichte, Exilforschung und intellektueller Migrationsgeschichte befassen.
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Prof. Dr. phil. Christian Möckel
HU-FIS-Profil ↗Die geplante Studie geht implizit der Frage nach, inwieweit der Strukturalismus bzw. die strukturale Methode der ethnologisch ausgerichteten Kulturwissenschaft (Anthropologie) von Claude Lévi-Strauss nicht nur in der Tradition der strukturalistischen Linguistik (Saussure, Trubetzkoi, Jacobson), sondern auch in der Tradition der Philosophie Ernst Cassirers, die in der ›Philosophie der symbolischen Formen‹ der Kultur ihren prägnanten Ausdruck findet, steht. Oder anders formuliert: inwieweit Cassirers Philosophie, die exzessiv mit dem Begriff Struktur arbeitet, gewisse ›proto-strukturalistische‹ Züge trägt, was sowohl einen Vergleich mit der ›strukturalen Anthropologie‹ Lévi-Strauss‘ als auch die Frage nach einem möglichen Einfluß auf letztere rechtfertigen würde. Lévi-Srauss selbst erklärt 1971, daß ihm bei der Lektüre von Cassirers Artikel »Le langage et la construction du monde des objects«, aus dem Jahre 1933, der Eindruck entstanden wäre, daß dieser „correspondre très exactement à ma propre pensée“. Explizit stellt sich die Studie die eine Antwort auf diese Frage vorbereitende Aufgabe, die Begriffe der Struktur im philosophischen Werk Cassirers und im philosophisch relevanten Werk Lévi-Strauss‘ zu untersuchen, in ihren Bedeutungsgehalten, Implikationen und Konsequenzen zu erfassen, vergleichend zur Darstellung zu bringen und dabei zu klären, ob und inwieweit beider Strukturbegriffe überhaupt Dasselbe meinen. John M. Krois (1999) z.B. hatte seinerseits eher die methodologischen und sachlichen Unterschiede betont, wenn er Lévi-Strauss‘ „Suche nach ahistorischen sozialen Strukturen“ Cassirers Thematisierung „symbolischer Formen der Kultur als historisch veränderbare Systeme“ gegenüberstellt. Um diese Fragen zu klären, werden die jeweiligen Strukturbegriffe zum Einen in Beziehung zu Begriffen wie System, symbolische Form und Ordnung analysiert und expliziert, zum Anderen wird möglichen ideengeschichtlichen Quellen bzw. Parallelen des Begriffs der Struktur nachgegangen. Diese werden mit Blick auf Cassirer in Schriften Wilhelm Diltheys, in der Sprachwissenschaft Ferdinand de Saussures und in der ›Wissenssoziologie‹ Max Schelers gesucht, mit Blick auf Lévi-Strauss ebenso in der Sprachwissenschaft de Saussures, aber auch Nikolaj Trubetzkois und Roman Jakobsons.
Husserl Studies · DOI
LA Referencia (Red Federada de Repositorios Institucionales de Publicaciones Científicas)
No presente artigo serão discutidas algumas abordagens e explicações comparativas dedicadas à moderna teoria da linguagem, que podem ser encontradas tanto no filósofo neokantiano do símbolo Ernst Cassirer como nos linguistas estruturalistas Nikolaj Trubetzkoj e Roman Jakobson, que frequentemente se referem a Ferdinand de Saussure. Com esta finalidade, recorreremos a conceitualizações inovadoras usadas em comum no pensamento filosófico da primeira metade do século XX, tais como forma, estrutura, sistema, sinal, sentido ou significação e expressão, que determinam as respectivas teorias da linguagem. Entre outras coisas, as evidências provam que certos novos princípios de pensamento e terminologias são avanços em diferentes disciplinas científicas e meios culturais, sem que seus descobridores ou representantes se refiram uns aos outros, ou mesmo que conheçam uns aos outros.
Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis
Die von Christian Möckel im Meiner Verlag Hamburg herausgegebenen „Nachgelassenen Texte und Manuskripte“ (18 Bde.) Ernst Cassirers mit Texten, die in der Zeit und unter den Bedingungen des Exils von 1933 bis 1945 in Großbritannien, Schweden und den USA entstanden, stehen kurz vor ihrem Abschluß. Eine Hamburger Ausgabe der „Gesammelten Werke“ (26 Bde.), hrsg. von Birgit Recki, liegt seit 2007 vor. Für die Nachlaßausgabe Cassirers (ECN), eines der bedeutendsten Philosophen Deutschlands im 20. Jahrhundert, dessen Wirkung im 21. Jahrhundert Dank der Editionen erst richtig in Gang kommt, soll ebenso wie für die Werkausgabe ein Register erstellt werden, da Herausgeber und Verleger dies für außerordentlich wünschenswert halten. Das Register wird -- wie bereits das Register der Werkausgabe -- eine Recherchearbeiten erleichternde CD-Rom mit elektronischer Volltextsuche zu allen Texten der ECN enthalten. Außerdem erleichtern das Gesamtinhaltsverzeichnis der Bände, das Sach- und zusammengeführte Personenregister, das Verzeichnis der publizierten nachgelassenen Texte und Manuskripte in alphabetischer Reihenfolge wie auch das zusammengeführte Verzeichnis der von Cassirer benutzten Schriften die Arbeit mit den Nachlaßbänden. Verzeichnisse der in ECN nicht publizierten nachgelassenen Manuskripte, der gehaltenen Vorlesungen bzw. Vorträge und der privaten Bibliothek Cassirer unterstützen zudem gezielt die Cassirerforschung.